Navigation überspringen - zum Seiteninhalt

Nacht des Wandels

27. Mai 2000

Der kleine und etwas schäbige Raum der Bessunger Knabenschule verwandelte sich am Tag vor der Party wie angekündigt in eine kleine Zauberwelt.
Tatsächlich wurde es noch viel schöner als erhofft.

Im Eingangsbereich leuchteten versteckte Lampen und ein Diaprojektor unter goldenen Folien.
Danach eröffnete sich einem der Chill-Out-Bereich, in dem auf Teppich unter einem Gewölbe aus schwarzem Stoff gemütliche Sitzkissen in wabernden Licht lagen.
Den Hauptraum betretend, spannte sich über einem eine goldene Decke, eine Spiegelkugel und ein Diaprojektor ließen die Bar und die Sitzecke in buntem Licht erscheinen.
Dann der Tanzraum. Hier woben sich dicke Stoffbahnen über die Decke, hinter denen Scheinwerfer blinkten. Effekte zuckten durch die Luft und über allem leuchtete die ssp-Sonne.

Doch dann kam alles anders.
Eine Gruppe aggressiver Jugendlicher fand sich auf der Party ein und im Laufe der Zeit sammelten sich immer mehr von ihnen an. Sie pöbelten am Einlass, weigerten sich oft, ihren Stempel vorzuzeigen, versuchten die Party ohne Stempel zu betreten und fälschten den Stempel häufig.
Sie bedrohten uns an der Kasse teilweise massiv und gingen auch unsere Gäste an. Während nur wenig Gäste da waren, war die Stimmung unangenehm und gespannt. Zwar tanzten einige und bestimmt waren auch viele gut gelaunt, insgesammt jedoch gab die Party ein jämmerliches Bild ab.

Das ging eine ganze Zeit so und wurde sogar noch immer bedrohlicher, während wir ständig darum bemüht waren, die Kontrolle zu bewaren. So war unsere Kasse entgegen der Planung immer mit mindestens fünf Leuten besetzt, ebenso versuchten wir, den Partyraum zu schützen.

Dann gingen Gerüchte um, dass zwei rivalisierende Gruppen unsere Party als Arena für ihren Streit nutzen wollten und darüber hinaus wurden wir gewarnt, dass einige dieser Idioten als gefährlich einzuschätzen sind. Zur gleichen Zeit mussten wir eingestehen, dass wir an der Kasse zum Spielball dieser assozialen Dreckschweine geworden sind. Wir wussten, dass einige mit Stempel nicht bezahlt hatten und konnten nicht eingreifen, ohne dass die Situation eskalieren würde.

Wir gaben auf. Zu unserem Schutz und dem unserer Gäste ließen wir die Polizei kommen und machten bei ihrem Eintreffen die Musik aus.

Die Party war beendet.

Wir müssen diese Party als Misserfolg werten. Unser Fehler war, dass wir die Sicherheit unserer Gäste nicht gewährleisten konnten. Das soll nie wieder vorkommen. Ab jetzt wird ein Sicherheitskonzept Bestandteil jeder unserer Partys sein.

Nun noch einige Worte in eigener Sache. Wir geben uns bei allem, was wir tun, große Mühe und arbeiten sehr hart für unsere Partys. Dabei bleiben wir bei der Gestaltung der Tür- und Getränkepreise äußerst fair.
Im Gegenzug erwarten wir nicht viel. Nur Respekt vor dem, was wir tun.
Wir möchten unseren Gästen etwas Besonderes bieten. Wer nicht bereit ist, dafür den Eintrittspreis zu bezahlen, ist bei uns falsch.

Zum Schluss nun noch etwas Schönes. Denn diese Party entfaltete an einigen Stellen auch ungeahnte positive Kraft.
Die Ausnahmesituation schweißte uns und alle lieben Helfer enger zusammen denn je. Der Aufbau, der Abbau wie auch die Betreuung des Abends verliefen in beispiellosen Aktionen der Hilfsbereitschaft und der Verantwortungsübernahme.